Und nun soll es also tatsächlich losgehen. Gut 17 Millionen Sekunden, bzw. 205 Tage ist es aus, dass ich den Anruf erhalten habe, dass der wohl größte Traum meines noch sehr kurzen Lebens tatsächlich in Erfüllung gehen sollte.

Völlig real ist die Vorstellung, dass ich in einem Monat schon seit einer Woche in Italien leben werde, noch immer nicht, doch die Vorfreude steigt täglich exponentiell an. Die alte Schule wurde verabschiedet, manche Freunde sind ab jetzt auf Urlaub, die habe ich auch schon verabschiedet, mit meiner Familie noch den letzten Ausflug machen und dann, ja dann werde ich mich in nicht mal 600 Stunden ins Auto setzen.

Warum die ganzen Zahlen sein müssen, verstehe ich selbst noch nicht ganz, doch irgendwie helfen sie mir, in diesem Strudel von Abschied, gigantischer Vorfreude und gewissen Unglaubens Ordnung reinzubringen.

Denn UWC war für mich immer der Ort, an dem mein Idealismus und Veränderungswille den nötigen Treibstoff und Schliff erhalten werden, um tatsächlich etwas zu tun und nicht nur zu reden. Es war der Ort, an dem ich zu der Person werden kann, die ich sein will, und nicht nur über sie reden.

Während man schon mit so vielen Mitschülern und Alumni über die Schule gesprochen hat, dass ich hier sogar zu wenig Übersicht habe, eine Zahl zu benützen, verstehe ich trotzdem noch nicht, was alle diese „wenn-du-dann-dort-warst-Gefühle“ und die ganzen „das-wirst-du-auch-verstehen-wenn-du-dann-dort-bist-Momente“ sind.

Auch wenn man schon so behandelt wird, als wäre man dort gewesen und denkt, dass die Schule schon dieselbe Wichtigkeit für einen hat, so versteht man es trotzdem noch nicht ganz.

Und vielleicht kann man es auch gar nicht völlig verstehen, was es ist, und wieso es so ist, doch will ich zumindest verstehen, wie es ist, nicht verstehen zu können.

Denn eines ist klar: Die nächsten zwei Jahre, machen zur Realität, was mich seit einem Jahr keinen Tag losgelassen hat.

Es ist sicher nicht der leichteste Weg zu gehen und es werden viele schwierige Momente kommen, doch wird die Schönheit dieses Abenteuers auch kaum zu übertreffen sein und die Zahl der lachend verbrachten Momente selbst für mich zu groß sein, als sie noch aufzuschreiben.

Ob ich nun tatsächlich bereit bin oder nicht, nach dem Motto „Ready to (be) change(d)“: So soll es nun losgehen!